Traumafolgen / Symptome

Wenn die ungeheure Menge an Energie für die instinktiven Überlebensreaktionen im Körper gebunden bleibt, reagiert der Mensch, als wäre er noch immer in Gefahr. Die erhöhte Wachsamkeit bleibt so lange bestehen, bis die überschüssige Energie aus dem Körper entladen ist. Der Körper sucht fortwährend nach einer Möglichkeit, die gespeicherte Energie zu entladen. Es entstehen vielgestaltige Symptome, die gelegentlich auch mit großer zeitlicher Verzögerung auftreten können.

Der Verstand interpretiert fortwährend die Körperempfindungen und formiert daraus entsprechende Gedanken. Im entspannten Körper entsteht ein Gefühl von Wohlbefinden und Sicherheit. Bei einem Trauma deutet das Gehirn die Übererregung als Gefahr oder das Kollabieren als Hoffnungslosigkeit und produziert entsprechende Gedanken. Die Welt oder gar der eigene Körper werden dann durch die „Brille“ der eigenen Übererregung wahrgenommen. Dies kann sich zeigen als:

  • Ängste, Panikattacken, und Phobien
  • Hilflosigkeit, Ohnmachtsgefühle
  • Unruhezustände, Unfähigkeit zur Entspannung
  • Übererregbarkeit, Schreckhaftigkeit, erhöhte Wachsamkeit
  • extreme Licht- oder Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis)
  • Konzentrationsstörungen
  • Depressionen
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Burn-Out-Syndrom
  • Mangel an Vertrauen in sich und/oder Andere
  • Bindungsunfähigkeit, Verschlossenheit, Hilflosigkeit
  • grundlose Wutanfälle, destruktive Verhaltensweisen, gereizt sein
  • Suchtverhalten (häufig ein ein Versuch der Selbstmedikation, um „herunterzukommen“)

Auch bei psychosomatischen Symptomen, für die es ja keine organische Ursache gibt, ist es möglich, den Kreislauf aus unangenehmen Empfindungen und dem latenten Gefühl der „Gefahr aus dem eigenen Körper“ zu unterbrechen. Hierzu gehören:

  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Schwindel, Übelkeit
  • Schlafstörungen, Albträume,
  • Zähneknirschen
  • Bluthochdruck
  • chronische Schmerzen, Fibromyalgie
  • Magen / Darmbeschwerden wie Reizdarm, Reflux, Sodbrennen
  • Reizblase
  • Restless-Legs-Syndrom

Um der Bildung von Symptomen vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, sich auf planbare Ereignisse vorzubereiten, z.B. als Vor- und Nachbereitung bei Operationen und invasiven Untersuchungen, besonders wenn eine Anästhesie erforderlich ist.