Gras wächt durch Asphalt - Erstarrung überwinden mit körperorientierter Traumatherapie in Bonn

körperorientierte Traumatherapie

Somatische Traumatherapie bringt Sie zunächst mit Ihren Ressourcen, Ihren Kraftquellen in Kontakt. Was hat Ihnen Kraft gegeben, schwierige Zeiten zu überstehen? Was stärkt Sie jetzt?

Wenn Sie sich Ihrer Ressourcen bewusst sind, kann das Empfinden ausreichender Sicherheit und Stabilität im Körper entstehen. Erst dann kann der Körper nach und nach traumatische Erlebnisse verarbeiten und in sein natürliches Gleichgewicht zurückkehren.

Was ist Trauma?

In der körperorientierten Traumatherapie wird Trauma vor allem als angemessene körperliche Reaktion auf eine überwältigende Situation betrachtet. Diese wirkt sich dann auch auf die Gedanken und Emotionen aus.

In einer (lebens-)bedrohlichen Situation reagiert der Körper mit den angeborenen, instinktiven Überlebensreaktionen von Kampf, Flucht oder Erstarrung / Kollaps und stellt hierfür ungeheure Mengen an Energie bereit. Wenn diese Notfallreaktionen erfolgreich sind, wird die Energie durch die Handlung selbst wieder entladen, und der Körper kehrt in sein natürliches Gleichgewicht zurück.

Wenn diese Instinkte jedoch unterbrochen werden, bleibt die Energie im Körper stecken. Auch wenn die Gefahr längst vorüber ist, bleibt der Mensch weiterhin im Überlebensmodus. Die traumatische Energie kann - selbst nach vielen Jahren - bei kleinsten Auslösern wieder aktiviert werden. Dann erlebt der Mensch das Trauma wieder, als würde es gerade stattfinden.

Trauma bedeutet also „eine biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine lebensbedrohliche Situation“ (P. Levine). Wenn diese Körperantwort vervollständigt wird, löst sich die Energie aus dem Körper, und die Symptome können sich auflösen.

Schocktrauma, Entwicklungstrauma, Bindungstrauma

Man unterscheidet in der Traumatherapie verschiedene Arten von Trauma.

Ein Schocktrauma kann durch ein einmaliges überwältigendes Erlebnis ausgelöst werden. Hierzu gehören z.B. Unfälle, Naturkatastrophen, Gewalterlebnisse, der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen oder des Arbeitsplatzes, aber auch Operationen oder die Diagnose einer schweren Krankheit.

Ein Entwicklungstrauma wird durch eine Reihe wiederkehrender Erlebnisse in der frühen Kindheit hervorgerufen, die das Baby oder Kleinkind mit seinen noch eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten komplett überfordern. Für ein Ungeborenes kann der Stress, den die Mutter während der Schwangerschaft erlebt, bedrohlich sein. Ein Kleinkind kann sich bedroht fühlen, wenn es länger allein gelassen wird. Die Folge ist ein ständiges Gefühl der Überwältigung und konstante Alarmbereitschaft im Körper.

Zum Entwicklungstrauma gehört auch das Bindungstrauma. Jedem Menschen wohnt ein instinktives Bedürfnis nach Kontakt inne. Das ungestillte oder nicht ausreichend erfüllte Bedürfnis nach Kontakt und Einfühlung erschüttert das Urvertrauen des Babys oder Kleinkindes. So fällt es im späteren Leben schwer, gesunde und nährende Beziehungen zu führen und mit sich selbst in Kontakt zu sein.

Durch somatische Bindungs- und Traumatherapie mit Somatic Experiencing und anderen körperorientierten Verfahren lassen sich gesundes Bindungsverhalten, klare Grenzen und innere Stabilität erlernen oder wiederherstellen.

Ammonit - Erstarrung überwinden mit Traumatherapie in Bonn

Traumafolgen / Symptome

Wenn die ungeheure Menge an Energie für die instinktiven Überlebensreaktionen im Körper gebunden bleibt, reagiert der Mensch, als wäre er noch immer in Gefahr. Die erhöhte Wachsamkeit bleibt so lange bestehen, bis die überschüssige Energie aus dem Körper entladen ist. Der Körper sucht fortwährend nach einer Möglichkeit, die gespeicherte Energie zu entladen. Es entstehen vielgestaltige Symptome, die auch deutlich später auftreten können.

Der Verstand interpretiert fortwährend die Körperempfindungen und formiert daraus entsprechende Gedanken. Im entspannten Körper entsteht ein Gefühl von Wohlbefinden und Sicherheit. Bei einem Trauma deutet das Gehirn die Übererregung als Gefahr oder das Kollabieren als Hoffnungslosigkeit und produziert entsprechende Gedanken. Die Welt oder gar der eigene Körper werden dann durch die „Brille“ der eigenen körperlichen Verfassung wahrgenommen. Dies kann sich zeigen als:

  • Ängste, Panikattacken, und Phobien
  • Hilflosigkeit, Ohnmachtsgefühle
  • Unruhezustände, Unfähigkeit zur Entspannung
  • Übererregbarkeit, Schreckhaftigkeit, erhöhte Wachsamkeit
  • extreme Licht- oder Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis)
  • Konzentrationsstörungen
  • Depressionen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Mangel an Vertrauen in sich und/oder Andere
  • Bindungsunfähigkeit, Verschlossenheit
  • grundlose Wutanfälle, destruktive Verhaltensweisen, gereizt sein
  • Suchtverhalten (häufig ein ein Versuch der Selbstmedikation, um „herunterzukommen“)
  • Burn-Out-Syndrom (ein komplexes Geschehen, geht häufig auch mit einem gestörten Zellstoffwechsel einher.)

Auch bei psychosomatischen Symptomen, für die es ja keine organische Ursache gibt, ist es möglich, den Kreislauf aus unangenehmen Empfindungen und dem latenten Gefühl der „Gefahr aus dem eigenen Körper“ zu unterbrechen. Hierzu gehören:

  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Schwindel, Übelkeit
  • Schlafstörungen, Albträume,
  • Zähneknirschen
  • Bluthochdruck
  • chronische Schmerzen, Fibromyalgie
  • Magen / Darmbeschwerden wie Reizdarm, Reflux, Sodbrennen
  • Reizblase
  • Restless-Legs-Syndrom

Um der Bildung von Symptomen vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, sich auf planbare Ereignisse vorzubereiten, z.B. als Vor- und Nachbereitung bei Operationen und invasiven Untersuchungen, besonders wenn eine Anästhesie erforderlich ist.

Schildkröten - Kontakt zum Leben nach Isolation durch Trauma

Wie hilft somatische Traumatherapie?

In der körperorientierten Traumatherapie wird weniger mit dem traumatisierenden Ereignis gearbeitet, sondern mit der Reaktion des Körpers darauf. Die gesamte Geschichte ist im Körpergedächtnis gespeichert und kann jederzeit aktiviert und auch verändert werden. Dadurch ist es möglich, weitgehend ohne Inhalt oder bewusste Erinnerung zu arbeiten, z.B. bei frühem Trauma oder wenn das Ereignis zu belastend erscheint. Es reicht aus, dass der Körper sich erinnert.

Die Sprache des Körpers sind die Empfindungen. Durch das aufmerksame Spüren im Hier und Jetzt ist es möglich, dem Körper zu lauschen, wie er seine Geschichte von Dort und Damals erzählt.Hierbei ist ein ausgewogenes Verhältnis von Ressourcenseite und Traumaseite wichtig.

Da nicht nur die glücklichen Momente im Körper gespeichert sind, sondern im Fall von Trauma auch Angst und Ohnmacht, kann es sein, dass sich diese Empfindungen im Prozess wieder zeigen. Daher ist es essenziell, sehr behutsam und in kleinen Schritten nachzuspüren. So kann die hohe Stressenergie dosiert entladen werden, die Überlebensreaktion wird vollendet, und es entsteht zunehmend ein Gefühl der Sicherheit im Körper.

Die Symptome können sich auflösen, und der Körper kehrt zu seiner natürlichen Fähigkeit zur Selbstregulation zurück. Dies geht häufig einher mit einem Gefühl von Befreiung, Leichtigkeit und Dankbarkeit.

Als weitere Auswirkungen können sich zeigen:

  • Steigerung von Lebensfreude und Selbstwertgefühl
  • größere Belastbarkeit und Ausgeglichenheit
  • emotionale Balance, psychische Stabilität
  • Linderung oder Befreiung von Schmerzen und anderen Symptomen
  • erholsamer Schlaf

Hier erfahren Sie mehr über Somatic Experiencing als Grundlage meiner therapeutischen Arbeit.
Neben körperorientierter Psychotherapie oder Traumatherapie sind bei Burnout und anderen Stresskrankheiten auch eine ausgewogene Ernährung und Entgiftung hilfreich.